Chor-Chronik: 1990

April 1990, so ca. um 16:10 Uhr
Andreas, eine seltene Mischung aus Wahnsinn, Kühnheit, Mut, Unmusikalität und begeistertem Sänger, hatte gerade seinen musikalischen Eisprung, als er vom pfeifenden Bademeister im Hallenbad St. Johann in Saarbrücken befruchtet wurde: “Diese Akustik - hier müßte man ein Konzert veranstalten. Singen ist viel schöner als Instrumente bearbeiten. A-Capella-Chöre (damals dachte er A-Cappella noch mit einem “p”) müssen singen. Und ein Chor muß singen, in dem ich mitsinge. Und es muß ein Chor sein, der die Sachen singt, die mir gefallen. Und vor allem “Hoch auf dem gelben Wagen”! Weil’s den wahrscheinlich nicht gibt, gründe ich selber einen!” Und so geht er mit einer Idee schwanger.

Mai—Oktober
Andreas nervt seine Mitmenschen: Öko-Terrorismus und Musik sind die einzigen Themen, die er noch kennt. Er belabert alle wegen seines Konzerts im Stadtbad und ob sie nicht mitsingen möchten.

Na gut, wenn ihr nicht mitsingen möchtet, wollt ihr dann wenigstens die Welt mitverbessern?”

AStA (Kultur- und Öko-Projekt), Uni-Präsi, Universitätsmusikdirektor Jürgen Böhme, alle Fakultäten, die Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister und Kulturamt, Chor Widerschall, Marx-Rothschilt-Trällermann, die Jensen-Singers, Vocal Ensemble 93 und noch einige mehr - alle werden einbezogen.

Schließlich ist es so weit:

Mi, 17.10., 19:00
Erste offizielle Chorprobe; Chorleiter war — so sagte heute wenigstens die Legende — Alfred Ewen in Vertretung unserer virtuellen Chorleiterin (Humpel-Elke); Mona Kryszstecko, Cheesy Peter Irgendwasfranzösisches, Karl-Josef Berens, Anke Lippelt (Das dreifach geschwungene B, “Ich bin A wie anarchisch, das ist das einzige, was mir zu ‘a’ einfällt”), Doris Moyrer, Caroline Gödde, Alexander Sigel, Doris Friedemann, Teri Pierson, Gundula Steinke, Daniel Sauer (Mr. Krankheit), Martin Michels; (ohne Silke)

Mi, 24.10.
Zweite Chorprobe, letzte Chorprobe von Alfred (Mona: “Können wir das Lied nicht singen wie im Radio” - Alfred: “Ich muß mal auf Toilette”); Knödel-Alex führt die Probe zuende (ohne Silke)

Fürderhin wechselnde Chorleiter: Alexander Sigel, Dietrich (Mr. Stimmgabel), Gundula — und warten auf Elke

Mo, 26.11., 16:02
Der wichtigste Tag für den Chor: Silke liest im AStA unser Plakat. Der A-Cappella-Chor sucht SängerInnen — vom Profi bis zum Badewannensänger ist jeder willkommen!

Silke denkt: Ich singe gerne! Ich möchte Leute kennenlernen!!! Hoffentlich bestehe ich die Aufnahmeprüfung!!!!11elf

Mi, 28.11., 19:00
Silke kommt zum ersten Mal zum Chor.

Anschließend erfindet Andreas wieder einmal etwas, was jeder normale Chor dauernd macht: den Après Chør. Der 1. Après Chør findet in Dudweiler — auf Futon mit Spiegel an Bier — statt, mit Mona, Teri, Andreas Johann, Silke, Andreas

Di, 09.10.
Termin bei Radio Salü: Vorstellen der Idee, Thomas Rosch ist sehr angetan, ach was, er ist begeistert und reißt Andreas fast die Klamotten vom Leib, so toll findet er die Idee und bietet uns gleich einen Vierjahresvertrag an. Oder so.

Di, 23.10.
Radio Salü bestätigt die Zusammenarbeit.

Fr, 02.11.
Marx-Rootschilt-Trällermann unterschreibt den Vertrag für das Konzert! Ein echtes Zugpferd ist gewonnen.

Mi, 14.11.
Radio Salü unterschreibt den endgültigen Vertrag

Mi, 04.12., 19:00
Erstes Schwarzenbergturmsingen ohne Singen (man beachte die Teilnehmer), dafür mit Spekulatius und Glühwein sowie Silke, Anke (3B’s), Mona, Teri, Caroline und Andreas. Eine wunderschöne Nachtwanderung mit “kalte Nase und Sterne gucke”.

Anschließend Après Chør im Café Max (wo Punkt 23 alle nach Hause gehen, außer Silke und Andreas… der Beginn einer wunderbaren Freundschaft).

Weiterhin wechselnde Chorleiter: Alexander Sigel, Dietrich (Mr. Stimmgabel), Gundula - und Silke!

Mühsamst versuchen vier Profis fünf guten Sängern und mindestens fünf absoluten Dilettanten und -onkeln die wichtigsten musikalischen Grundregeln wie “gleicher Ton heißt gleich hoch und gleich lang” beizubiegen.

Andreas Dank geht noch heute an die Profis Dietrich, Alexander und vor allem Gundula und Silke, dass sie es so lange überhaupt ausgehalten haben. Andere haben das Handtuch ziemlich schnell geschmissen bzw. noch nicht einmal aufgehoben…

Irgendwann reift die Erkenntnis, dass wir so unmöglich auftreten können — Andreas erfindet das Chorwochenende! Tja, er ist einer der größten Wiedererfinder seiner Zeit. Weitere wichtige Wiedererfindungen sind die WeiFei (Weihnachtsfeier), das Chor-T-Shirt, die fünfte Stimme, der Flaschenöffner sowie das Badewannensingen. Außer dem Flaschenöffner haben sich eigentlich alle Dinge im normalen Leben eines durchschnittlichen Atomphysikers bewährt.

Di, 29.12.
Bernhard Leonardy unterschreibt für das VocalEnsemble ‘93 den Vertrag.

aber das war nicht alles …